UNSERE Geschichte

Aus einer Idee wurde ein Projekt – aus einem Projekt wurde ein Traum.

#ChangingLives

2010 war das Jahr, als Bernd Steinhage den Entschluss fasste, Young Bafana zu gründen.

Die Idee kam dem gebürtigen Südafrikaner, Sohn eines Deutschen und einer Namibianerin, nachdem er sich mit 18 Jahren dazu entschloss, den Schritt in einen langjährigen Auslandsaufenthalt zu wagen. In den darauffolgenden Jahren lebte er in Deutschland, Spanien und Nicaragua. Auf seiner Reise war er unter anderem als Profi-Fußballer und Sozialhelfer aktiv, zudem absolvierte er ein BWL Studium in Berlin.

Nach sechs Jahren, zurück in seiner Heimat Südafrika, fasste er den Entschluss sich weiterhin seiner Leidenschaft Fußball und der Entwicklung von Kindern zu widmen.

„Es waren gerade einmal acht Kinder an der Schule an der alles begonnen hat. Heute haben wir über 200 Spielerinnen und Spieler.“ – Bernd Steinhage

Durch die WM 2010 im eigenen Land wuchs das Interesse am Fußball stark, wodurch weitere Kinder dazukamen. Jedoch wendeten sich auch Kinder aus den Townships an Young Bafana. Diese Kinder kamen aus armen Verhältnissen und wünschten sich nichts mehr, als in einem sicheren Umfeld Fußball zu spielen. Ihre Eltern waren allerdings nicht in der Lage, die Kosten für einen Verein aufzubringen.

Bernd Steinhage

Gründer

„Für jeden zehnten bezahlenden Spieler haben wir ein Kind aus dem Lwandle Township bei uns aufgenommen, welches dann ein kostenloses Stipendium erhalten hat. Weil wir gemerkt haben welchen positiven Einfluss wir auf unsere lokale Community haben, wurden mit der Zeit immer mehr Kinder aufgenommen.“

Im Jahr 2012 entstand somit das erste Performance Team, in dem zum großen Teil unterprivilegierte schwarze Spieler aus den umliegenden Townships spielen, die Mannschaft wurde allerdings mit weißen Kindern aus sozial stabilen Verhältnissen durchmischt. Zum Fußball-Stipendium bei Young Bafana (NGO seit 2014) gehört seither die Bereitstellung des kompletten Equipments, der An- und Abtransport der Spieler aus dem Township, Lebensmittelpakete nach jeder Einheit, sowie die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb und Life-Skills Events.

„Die Jungs haben im ersten Jahr komplett Barfuß trainiert. Aus einem einfachen Grund: Die Schuhe mussten sie sich verdienen! Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung spielen bei Young Bafana eine übergeordnete Rolle. In einem Umfeld, in dem viele unserer Spieler tagtäglich mit Drogen und Gewalt konfrontiert sind, ist das Erlernen solcher Attribute nicht der Regelfall.“

Das ergänzende Schulprogramm entstand 2014 durch den immer noch offensichtlichen Mangel des nationalen Bildungsniveaus und einem südafrikanischen Schulsystem, dessen Defizite offensichtlich sind. Heute hat Young Bafana fünf Performance Teams (U11, U12, U14, U16, U18) – alle Spieler sind dazu verpflichtet, am Bildungsprogramm teilzunehmen. Diese besteht aus Englisch- und Mathe-Nachhilfe sowie Life-Skills-Workshops.

„Wenn ein Lehrer gleichzeitig 50 Schüler in einem kleinen, nicht klimatisierten Raum unterrichtet und sich die Kinder außerhalb der Schule nur im Township aufhalten, dann kommen wir im unseren Land nicht voran. Der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist Bildung – und das Erlernen von Englisch ist der wahrscheinlich wichtigste Baustein.“

Große Unterstützung erhält Young Bafana seit 2013 durch Praktikanten aus der ganzen Welt, insbesondere Deutschland, Österreich, England und der Schweiz. Bereits über 130 motivierte junge Menschen haben sich freiwillig als Fußballtrainer, Lehrer oder allgemein als Projekthelfer vor Ort engagiert.

„Ohne Hilfe aus dem Ausland und lokale Partnerschaften könnte Young Bafana nicht existieren, neben den Sach- und Finanzspenden, auf die wir als gemeinnützige Organisation fortlaufend angewiesen sind, hat unser Praktikanten-Programm stetig an Wichtigkeit zugenommen.“

Seit 2018 ist Young Bafana auch in Deutschland als gemeinnütziger e.V. aktiv. Zum Großteil besteht das Team aus ehemaligen Praktikanten, die Young Bafana weiterhin aus Deutschland unterstützen. Auch sportlich hat es in den letzten Jahren einen wahrhaftigen Aufschwung gegeben. Mit unseren Performance Teams (U11, U12, U14, U16, U18) spielen wir in der höchsten Jugendklasse in der Kapstadt Region. Zwei unserer ehemaligen Spieler sind aktuell bei Profiteams unter Vertrag. Zwei weiteren Spielern konnte Young Bafana zu einem Fußball Stipendium in den USA verhelfen. Mehr unter der Rubrik „Erfolgsgeschichten.

„Der sportliche Erfolg unterstreicht sicherlich die Qualität unserer internen Strukturen und die tagtägliche Hingabe für Young Bafana. Er ist uns wichtig, der wichtigere Aspekt bei Young Bafana wird sich aber immer auf die persönliche Entwicklung der Spieler fokussieren. Wir stellen Bildung durch Fußball sicher und vermitteln essentielle Grundwerte für ein Leben mit Perspektive und Chancen, gegen Drogen und Gewalt, egal ob auf oder neben dem Platz.“

2022 ging der große Traum für Young Bafana dann endlich in Erfüllung. Die Eröffnung der YB Arena am 23. April 2022 bleibt für immer unvergessen.
Wann fand dein Praktikum bei Young Bafana statt?

15. Januar 2026 – 20. März 2026.

In welcher Abteilung oder welchem Bereich warst du hauptsächlich tätig?

Meine Rolle war ungefähr zu gleichen Teilen aufgeteilt. Vormittags war ich im entwicklungsbezogenen und operativen Bereich der Akademie tätig und unterstützte bei unterschiedlichsten administrativen Aufgaben. Die Nachmittage standen ganz im Zeichen des Fußballs – entweder als Trainer der Jugendlichen oder indem ich selbst mit der Seniorenmannschaft trainierte und spielte.

Wie würdest du deine Zeit bei Young Bafana beschreiben?

Vom ersten Tag an war die Erfahrung auf allen Ebenen unglaublich positiv. Alle waren offen, freundlich und herzlich, immer bereit für Gespräche und Austausch. Es gab keine wirkliche Hierarchie – alles lief einfach ganz natürlich. Bereits in der ersten Woche trainierte ich Kinder, spielte Fußball und knüpfte Kontakte zu anderen Freiwilligen. Schon nach ein oder zwei Tagen wusste ich, dass die kommende Zeit großartig werden würde.

Insgesamt war dies eine der besten Erfahrungen meines Lebens, vielleicht sogar die eindrucksvollste überhaupt. Es ist eine Erfahrung, die mich mein Leben lang begleiten wird.

Was hat dich persönlich während deiner Arbeit bei Young Bafana am meisten geprägt?

Zwei Dinge haben mich besonders beeindruckt. Zum einen die schwierigen Lebensumstände vor Ort, insbesondere für die Kinder aus dem Township Lwandle, die zum Fußballspielen zur Akademie kommen. Das ist eine Realität, die sich völlig von meiner Kindheit in Deutschland unterscheidet und die teilweise schwer mitanzusehen ist. Gleichzeitig habe ich großen Respekt vor dem Einsatz dieser Kinder, die so viel auf sich nehmen, nur um in einer sicheren Umgebung Fußball spielen zu können.

Zum anderen haben mich die Menschen beeindruckt, mit denen ich gearbeitet und trainiert habe. Trotz finanzieller Herausforderungen waren alle unglaublich herzlich, offen und positiv. Dieser Kontrast zu Deutschland, wo viele Menschen materiell besser gestellt sind, aber nicht unbedingt wärmer oder offener, wird mich noch viele Jahre begleiten.

Wie hat dein Praktikum rückblickend dich oder deinen beruflichen Weg beeinflusst?

Es ist noch nicht offiziell, aber die wichtigste Erkenntnis ist für mich, dass es in Europa eigentlich kaum so etwas wie ein echtes materielles Risiko gibt. Die Lebensbedingungen vieler Menschen in Südafrika unterscheiden sich so stark von unseren, dass Dinge wie ein Umzug, ein Jobwechsel oder neue Hobbys für mich heute kaum noch als wirkliche Risiken erscheinen.

Das Praktikum hat mir neue Perspektiven eröffnet und meine Denkweise insgesamt flexibler gemacht. In einem privilegierten europäischen Umfeld sind die tatsächlichen Grenzen und Risiken oft viel kleiner, als sie wirken. Diese Erkenntnis ist für meinen weiteren beruflichen Weg äußerst wertvoll.

Was war deine wichtigste Erkenntnis oder Lehre aus deiner Zeit in Südafrika?

Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass Glücklichsein – und sich selbst zu erlauben, glücklich zu sein – nichts mit Geld zu tun hat, sondern mit den Menschen, die einen umgeben, und damit, wie man seine Tage verbringt.

Das mag wie eine Floskel klingen, aber ich habe es aus nächster Nähe erlebt. Das hat mich tief beeindruckt und wird mir lange in Erinnerung bleiben.

Außerdem wurde mir erneut bewusst, welche enorme Kraft Fußball besitzt: Menschen zusammenzubringen und eine wichtige Grundlage im Leben vieler Menschen zu sein, die ansonsten nur wenig besitzen. Fußball gehört wirklich zu den großartigsten Dingen, die diese Welt zu bieten hat.

Woran denkst du heute, wenn du an Young Bafana denkst?

Ich denke an eine der glücklichsten Phasen meines Lebens in den letzten Jahren. An pure Freiheit. Das Wetter war großartig, die Tage waren voller Fußball, Fußball und noch mehr Fußball, und die Menschen um mich herum lebten und atmeten diesen Sport.

Es war eine Gelegenheit, tief in eine komplexe, aber unglaublich herzliche und einladende Kultur einzutauchen – mit Menschen, die besonders freundlich sind, weil sie mit Fußball aufgewachsen sind. Für mich war es die große Freiheitsphase mitten in meinem Sabbatical von der Arbeit in Deutschland.

Bist du heute noch in irgendeiner Weise mit Young Bafana verbunden?

Ja. Ich stehe noch mit ein oder zwei Trainern der Akademie sowie mit mehreren Freiwilligen aus meiner Zeit dort in Kontakt.

Außerdem habe ich das Glück, im kommenden Monat erneut an einem Charity Cup mit Young Bafana teilzunehmen. Dadurch werde ich die Möglichkeit haben, Menschen wiederzusehen, die ich in Südafrika kennengelernt habe, und neue Personen aus dem Young-Bafana-Umfeld zu treffen.